US-Vorwahlen : Obamas Auferstehung

Hillary Clintons Präsidentschaftskampagne ist am Ende. Die Summe aus Barack Obamas Triumph in North Carolina und ihrem Zittersieg in Indiana besagt: Er wird der Kandidat. Er führt uneinholbar nach Delegierten und hat seine Führung bei der Zahl der abgegebenen Stimmen ausgebaut.

Abermals musste sie Millionen aus ihrem Privatvermögen in den Wahlkampf pumpen. Warum bleibt sie überhaupt noch im Rennen, fragen die Kommentatoren in den USA. Obama verhält sich klug. Er drängt sie nicht, aufzugeben. Er weiß: Seine Chancen, im Herbst gegen den Republikaner John McCain zu gewinnen, hängen auch davon ab, unter welchen Umständen sie aus dem Rennen scheidet. Er braucht die Hillary- Fans unter demokratischen Wählern für einen Sieg. Clinton wird das Feld so schnell nicht räumen und darf sich dabei paradoxerweise durch Obamas Auferstehung bestätigt sehen. Ihr Rivale war eben erst in einer tiefen Krise wegen seines umstrittenen Pfarrers und seiner mangelnden Popularität unter Arbeitern. Vielleicht gelingt auch ihr ein Comeback. Doch es bedarf einer gewissen Realitätsverweigerung, die Lage so zu sehen. cvm

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