USA-Arbeitsmarkt : Obamas Depression

In der Konjunkturtheorie folgt nach der Rezession, dem Abschwung, im schlechtesten Fall die Depression. Das Wort beschreibt – auch im Englischen – den Zustand, in dem die Wirtschaft hartnäckig am Boden klebt, wie niedergedrückt ist. Die USA stecken in einer Depression, Barack Obamas Depression. Und es ist auffällig, wie sehr das Land und ihr Präsident auch entsprechende Symptome im psychologischen Sinne zeigen. Obama, der mit der Hope-Parole ins Amt kam, scheint keine Hoffnung mehr zu haben, er wirkt gelähmt und persönlich verbittert wegen der Dauerblockade der Republikaner. Es will ihm nicht gelingen, eine neue Vision für sein Land zu präsentieren. Doch neue Ziele und der Glaube an Fortschritt sind es, die Unternehmer zum Investieren bewegen. Das tun sie nicht. Und sie stellen keine Leute ein, wie die aktuellen Daten bestätigen: Die Erwerbslosenquote lag im Juni unverändert zum Vormonat bei 8,2 Prozent. Kein US-Präsident der letzten 60 Jahre erreichte eine zweite Amtszeit, wenn die Quote über 7,2 Prozent lag. Statistische Spielerei? Nein, es wird wirklich eng für Obama. Will er im Amt bleiben, muss er jetzt aufhören, Sündenböcke zu suchen. Er muss Amerikas Krise als die seine annehmen. Das ist der erste Schritt einer Therapie, die schmerzhaft, aber nötig ist. kph

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