Meinung : USA-Russland-Gipfel: Herzlich uneins

cvm

Wen plagt jetzt noch Furcht vor einem Rückfall in den Kalten Krieg? Bei allen Meinungsverschiedenheiten demonstrierten George W. Bush und Wladimir Putin bei ihrem ersten Treffen nicht nur einen sachlichen Umgang mit den Konfliktthemen. Sie gaben sich ausgesprochen herzlich. Das heißt nicht, dass Raketenabwehr und Nato-Erweiterung (unter Einschluss des Baltikums!) für Russland kein Ärgernis mehr sind. Oder dass der Export russischer Atomtechnik in den Iran den Amerikanern keine Sorgen bereitet. Aber deutlich geworden ist, dass Bush und Putin den Willen und die Fähigkeit ab, aufeinander zuzugehen. Der Blockkonflikt ist Geschichte, nun wird darüber geredet, wie auch Moskau an der Raketenabwehr Gefallen finden kann. Die Technik, deren Entwicklung es sich selbst nicht leisten kann, könnte auch Russland gut gebrauchen - weil es mindestens so sehr wie Amerika im Visier der Fundamentalisten liegt. Wenn Moskau zudem selbst Nato-Partner ist und sein will, kann es schwerlich anderen Ländern den Beitritt mit dem Unterton verbieten, das stärke eine russlandfeindliche Allianz. Partner, Verbündeter gar wird man nicht über Nacht - dazu gehört neben dem rationalen Beschluss auch eine emotionale Unterfütterung. Für die haben Bush und Putin viel getan.

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