USA und Europa : Wer hat das beste Rezept gegen die Krise?
16.07.2012 12:38 UhrDie beiden Modelle gleichen der Wahl zwischen Pest und Cholera.
In Amerika droht der Absturz zum Jahreswechsel. Dann rächt sich, dass die US-Politik die Probleme seit Jahren vor sich hergeschoben hat. Im Januar 2013 greifen die „automatischen Kürzungen“ in den Verteidigungs- und Sozialetats, auf die sich Demokraten und Republikaner im Sommer 2011 bei der letzten Erhöhung der Schuldenobergrenze geeinigt hatten – ein fauler Kompromiss, damit kein Lager seiner Klientel im Wahljahr 2012 Einsparungen zumuten musste. Parallel enden Bushs Steuererleichterungen für alle Einkommensklassen. Und es laufen die reduzierten Sätze für die Sozialabgaben aus; sie waren in der Finanzkrise herabgesetzt worden, damit die Bürger mehr Geld im Portemonnaie haben, um es auszugeben und die Konjunktur anzukurbeln. Auch dieses Geschenk wurde durch neue Schulden finanziert, da die Auszahlungen aus den Sozialkassen nicht sanken.
Wenn alle drei Änderungen 2013 greifen, wird der US-Wirtschaft Kaufkraft in Höhe von drei bis vier Prozent des BIP entzogen; das zarte Wachstum schlüge in Rezession um. Wenn der Kongress dagegen die Vergünstigungen verlängert, werden die US-Schulden weiter steigen.
Die USA und Europa tun so, als gäbe es nur Wachstum auf Pump, durch Konjunkturprogramme und Steuergeschenke. Oder Sparen in die Rezession. Das gleicht der Wahl zwischen Pest und Cholera. Höchste Zeit für intelligentere Krisenrezepte. Auch mit Reformen sowie dem Abbau von Bürokratie und Wettbewerbshindernissen kann man Wachstum schaffen. Amerika und Europa kämen besser aus der Krise – und die Weltwirtschaft mit.








