Meinung : Uuuuund: Still gestanden!

DIE DEUTSCHEN SPÜRPANZER IN KUWAIT

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Holla, jetzt werden aber zackig Positionen geräumt, mit denen eben noch Wahlkampf geführt wurde. Die Spürpanzer bleiben in Kuwait, sagt Verteidigungsminister Struck; bisher wollte er sie abziehen, sobald die USA den Irak angreifen. Tags zuvor hatte Joschka Fischer die KanzlerFormel vom „deutschen Weg“ in der Außenpolitik kurzerhand im Mülleimer versenkt; Schröder hatte den Begriff auf sein Nein zu einem Irak-Krieg und zu Präsident Bush gemünzt. „Vergessen Sie’s!“, sagte Fischer jetzt dem britischen „Guardian“. Ob Strucks Schwenk mit der Meldung zu tun hat, die kurz davor über die Nachrichtenagenturen lief – noch immer keine Einladung zum ausstehenden Antrittsbesuch in Amerika –, ist nebensächlich. Rot-Grün trennt sich endlich von unhaltbaren Positionen. Man kann mit guten Gründen gegen einen Irak-Krieg sein. Aber Spürpanzer sind keine Angriffswaffe. Wenn überhaupt brauchen Deutschlands enge Verbündete den Schutz gerade dann, wenn Saddam womöglich Giftgas einsetzt, um seine Diktatur zu retten. Sollen die GIs doch verrecken, Hauptsache, unsere Hände bleiben sauber – eine solche Haltung wäre „politisch fatal“. Da hat der Struck von heute gegen den Struck von vor einem Monat aber verdammt Recht. cvm

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