Meinung : Vampire in Offenbach

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Religiöse Symbole sind im Moment nicht sehr beliebt, sie gelten, wie Dieter Bohlen sagen würde, als „bösiböse“. Das ist vor allem ein Mangel der islamischen Öffentlichkeitsarbeit, gewiss, doch dem christlichen Kreuz geht es nicht viel besser. Eins davon, es hängt im Offenbacher Kreistag, muss nun laut Gerichtsbeschluss immer dann von der Wand genommen werden, wenn die Grüne Ursula Chmelik den Raum betritt. Ein Teilerfolg für die notorische Freidenkerin, die das schlichte Kreuz so erbittert bekämpft hat, als wäre sie ein Vampir. Gibt es denn in Offenbach keine anderen Probleme?, ließe sich fragen, doch was wissen wir schon? Grüne Politik auf Kreisebene ist offenbar doch stärker von symbolfreien Räumen abhängig, als man sich das so vorstellt. Es scheint, dass der Einfluss des Kreuzes sensible Politiker in ihren Überzeugungen irre machen, ja, sie in verfassungswidriger Weise fernsteuern könnte bis hin zur irrtümlichen Stimmabgabe für irgendeinen Antrag der CDU, deren Parteiabzeichen das Ding ja praktisch darstellt. Es wäre allerdings noch symbolhaltiger gewesen, wenn das Gericht der Abgeordneten ein schützendes Kopftuch empfohlen hätte – als Zeichen des atheistischen Fundamentalismus. Den gibt es nämlich auch.

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