Vatikan und Missbrauch : Kirche kurieren

Nun also hält die wahre Wirklichkeit Einzug in den Vatikan. Und als wolle der Modernität beweisen, werden die neuen Direktiven zum Verhalten bei Missbrauchsfällen via Internet verbreitet. Transparent und direkt. Endlich!

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Die Verschärfung – Klarstellung, werden Kurienvertreter sagen, um ihr das überraschend Gegenwärtige zu nehmen –, besteht darin, dass jeder sexuelle Kindesmissbrauch durch Priester den Behörden des betreffenden Landes gemeldet werden muss. Sagen wir so: Bisher war das bestimmt nicht jedem klar. Allen Vorwürfen soll nachgegangen und die Glaubenskongregation eingeschaltet werden, bei den schlimmsten Fällen und Urteilen der Papst. Das kann, alles in allem, Benedikt XVI. helfen, den Ruch der Vertuschung in seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation loszuwerden, und stattdessen wieder daran erinnern, dass er öffentlich Missbrauch gegeißelt hat. Die Zeichen der Zeit zu erkennen (Matthäus), die Waage zu halten zwischen Kirche als Institution von Ewigkeit und doch immer in angemessenem Wandel – nichts ist wichtiger für ihre Autorität. Und die des Papstes.

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