Vattenfall-Führung : Chaos kommt vor dem Fall

In vier Monaten kann eine Menge passieren. "Er hat mein volles Vertrauen und bleibt fest eingesetzt", sagte Lars Josefsson, der Chef des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, über Hans-Jürgen Cramer, den neuen Vorstandssprecher der deutschen Vattenfall. Das war Ende Juli.

Alfons Frese

Inzwischen verhandeln die beiden Herren über das Ausscheiden Cramers. Der hatte die Führung in der Berliner Zentrale in äußerst schwieriger Zeit übernommen. Nach umstrittener Strompreiserhöhung und technischen Pannen in den Akws Krümmel und Brunsbüttel war der Name Vattenfall hierzulande ein Synonym für Abzocke und Tölpelei. „Wir haben verstanden“, sagte Cramer zum Amtsantritt und bemühte sich fortan um Transparenz in der Unternehmenspolitik, um Verständnis bei Kunden und Öffentlichkeit. Nun hat er seine Schuldigkeit getan und wird von Josefsson abgeräumt. Das ist das Recht der Schweden. Ihnen gehört das aus der früheren Bewag, der Hamburger HEW und den ostdeutschen Firmen Laubag und Veag entstandene Unternehmen. Doch Josefsson gebärdet sich wie ein Gutsherr und schickt neue Schockwellen durch das gerade zur Ruhe kommende Unternehmen. Nachhaltige Unternehmensführung ist das nicht. alf

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