Vattenfall klagt gegen Atomausstieg : Wende in Washington

Die Energiewende steckt voller Irrungen und Wirrungen. Etwa wenn ein Schiedsgericht in Washington sich mit der Klage eines schwedischen Konzerns gegen die Bundesrepublik wegen zweier Akw in Schleswig-Holstein befasst. Vattenfall will Schadenersatz. Das schwedische Staatsunternehmen, dessen deutsche Tochter hierzulande der drittgrößte Stromerzeuger ist, hat rund 700 Millionen Euro in die beiden Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel gesteckt, um diese wieder sicher betreiben zu können. Dann kam Fukushima und die deutsche Wende. Eine bittere Sache für Vattenfall. Aber ist die Firma nicht selber in der Haftung, wenn die eigenen Anlagen eine Panne nach der anderen haben und aufwendig nachzurüsten sind? Und kann es überhaupt sein, dass die Atomkonzerne kalt erwischt wurden, wenn Merkels Ausstiegsdatum nur marginal abweicht von dem ursprünglichen rot-grünen Ausstiegsdatum, das viele Jahre die Planungsgrundlage der Konzerne war? Schließlich: Der Energiemarkt ist noch immer ein politischer Markt mit diversen Regulierungen. Die Schweden sind gut beraten, sich mit dem Land, in dem sie Milliarden verdienen, gut zu stellen. Und juristische Auseinandersetzungen mit Vergleichen zu beenden. alf

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