Vattenfall und die Atomkraft : Raus und rein

Bei den Konsequenzen, die Vattenfall aus den Problemen in den Kraftwerken gezogen hat, geht es in Wahrheit gar nicht um die Störfälle.

Ursula Weidenfeld

Lange genug hat es gedauert, bis Vattenfall Konsequenzen aus den Störfällen in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel gezogen hat. Die Erleichterung, mit der gestern die Demission des Nuklearmanagers Thomauske und des Pressemanns Altmeppen quittiert wurde, hat allerdings etwas Trügerisches. Denn es geht nicht um Personen. Es geht nicht einmal um die Störfälle. Es geht darum, ob und wie der Atomausstieg vor dem Szenario der Erderwärmung Bestand haben kann – und soll. Dass der Energiekonzern Vattenfall mit seinem Management der Kraftwerkspannen den Atomausstieg-Skeptikern viele gute Argumente aus der Hand geschlagen hat, ist unbestritten. Wer wollte vor einem rauchenden Kraftwerk die Verlängerung der Laufzeiten diskutieren? Dabei wäre es richtig, diese Debatte jetzt zu führen: Wenn es tatsächlich Reaktoren gibt, die unsicherer sind als andere, wenn es Stromerzeuger gäbe, die weniger auf Sicherheit achten als andere, dann ist jetzt die Zeit für Entscheidungen: Alte, klapprige oder unsichere Reaktoren müssen schneller zugemacht werden, da hat der Bundesumweltminister recht. Dafür aber sollten die anderen mehr Zeit bekommen dürfen.

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