Vattenfall und die Netzentgelte : Marginal billiger

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil zu den Netzentgelten des Stromversorgers Vattenfall die Position der Bonner Regulierungsbehörde entscheidend gestärkt. Auch die Verbraucher profitieren.

Ewald B. Schulte

Laut BGH war es nicht nur rechtens, dass die Behörde die Kalkulation der Stromriesen zum Kostenaufwand der Stromnetze überprüft. Rechtens sei auch die Auffassung der Regulierer, dass im zweiten Halbjahr 2005 erzielte Mehrerlöse aus dem Vattenfall-Netzbetrieb auch im Nachhinein zu erstatten sind. Vattenfall muss diese Zusatzeinnahmen jetzt bei den Gebührenanträgen für die nächste Kalkulationsperiode berücksichtigen. Davon können, wenn auch nur marginal, auch die Verbraucher profitieren. Aber nur dann, wenn „ihre“ Stromversorger niedrigere Netzgebühren auch tatsächlich über niedrigere Strompreise an die Endkunden weiterreichen. Das aber tun nicht alle Versorger. Auch wenn die Mehrbelastung für Vattenfall nur einmalig ist, dürfte das BGH-Urteil den Konzern in der Absicht bestärken, sich vom Stromnetz ganz zu trennen. Die Einnahmen aus dem Netzbetrieb sind zuletzt stark gesunken. Aus Sicht des Unternehmens könnte das in den Netzen gebundene Kapital mehr Geld einspielen, wenn es für andere Zwecke genutzt würde. -ebs-

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