Vattenfall verkauft Stromnetz : Globale Steckdosen

Mit dem Verkauf des Vattenfall-Stromnetzes an einen belgischen Betreiber hat sich das Thema "Deutsche Netz AG" endgültig erledigt.

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Seit Jahren träumen Politiker aller Lager davon, dass die vier großen heimischen Energiekonzerne ihre Hochspannungsnetze in einer Gesellschaft bündeln. Auch im Vertrag der aktuellen Koalition wurde darüber philosophiert, weil bis heute das Netz in Deutschland in mehrere Regelzonen unterteilt ist. Das bedeutet technisch, dass die Produzenten viel Energie und Geld darauf verwenden müssen, die Spannungen zwischen den Zonen auszugleichen. Läge das Netz in einer Hand, würde Strom auch für den Endkunden billiger, so die Hoffnung. Jetzt hat nach Eon der zweite Konzern sein Netz ins Ausland verkauft. Wird der Flickenteppich also noch größer und der Strom noch teurer? Nein, zumindest nicht wegen dieser Verkäufe. Langfristig sind sie im Sinne der Verbraucher, da die ausländischen Investoren eine technische Harmonisierung der Regelzonen anstreben dürften – allerdings über Staatsgrenzen hinweg, nicht national. Das sollte auch die Regierung akzeptieren und ihren Plan zur Gründung einer Netz AG beerdigen.

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