VBB-Preiserhöhung : Stammkunden werden zu wenig geschätzt

Im Nahverkehr von Berlin und Brandenburg steigen die Preise, vor allem für Stammkunden. Warum wird ausgerechnet bei den treuesten Fahrgästen so hingelangt? Ein Kommentar.

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Immer teurer. Die Fahrpreise im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, zu dem BVG und S-Bahn gehören, steigen weiter.
Immer teurer. Die Fahrpreise im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, zu dem BVG und S-Bahn gehören, steigen weiter.Foto: dpa

Das neue Jahr startet schlecht. Zumindest für die treuen Fahrgäste im Berliner Nahverkehr, die sich Monats- und Jahreskarten leisten. Sie müssen wieder einmal höhere Preise schlucken, während Gelegenheitsfahrer – bis auf wenige Ausnahmen – ungeschoren davon kommen, was sicher auch daran liegt, dass die Preise der Einzelfahrscheine schon heute verhältnismäßig hoch sind. Wie am Ende eine durchschnittliche Erhöhung um „nur“ 1,84 Prozent herauskommt, bleibt das Geheimnis der Rechenkünstler unter den Tarifexperten.

Die Stammkunden jedenfalls zahlen in Zukunft bis zu rund drei Prozent mehr. Dabei profitieren die Verkehrsbetriebe gerade von diesen Fahrgästen. Die Unternehmen haben feste Einnahmen, der Vertrieb über Abonnements ist vergleichsweise günstig. Und die Abonnenten bleiben meist an Bord, auch wenn das Vergnügen teurer wird. Vielleicht greifen die Tarifplaner gerade deshalb bei ihren wertvollsten Kunden so zu. Ewig wird das nicht gut gehen. Zumal das Autofahren durch die günstigen Spritpreise so billig ist wie lange nicht mehr. Es wird Zeit, dass auch die Stammkunden belohnt werden. Die Gelegenheit kommt bald. Die Preise werden auch 2017 wieder steigen. Jede Wette.