Verfassungsschutzbericht : Radikal nah

Knapp 3000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Deutschland und Syrien – der blutige Bürgerkrieg dort müsste eigentlich ein Ereignis sein, das die Deutschen kaum betrifft. Doch das stimmt schon lange nicht mehr. Der Syrien-Krieg ist mittlerweile auch zu einem deutschen Problem geworden. Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen. Und so richtig es von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist, eine europäische Lösung anzustreben: Bei der Aufnahme von 5000 Flüchtlingen wird es kaum bleiben können. Neben der humanitären steht Deutschland auch vor einer sicherheitspolitischen Herausforderung. Immer mehr deutsche Islamisten zieht es nach Syrien, die dort Kampferfahrung sammeln wollen. Man kann die Warnung Friedrichs vor den Salafisten als Drohgebärde in Wahlkampfzeiten abtun. Aber gerade die Tatsache, dass Anschläge immer häufiger von radikalisierten Einzeltätern verübt werden, zeigt, dass auch schon ein einzelner Syrien-Rückkehrer zur Gefahr werden kann. Nur was tun? Das eine ist es, die Ausreise zu verhindern. Außenpolitik ist das andere. Die beste Prävention wäre eine politische Lösung. Daran sollte Deutschland mitwirken – aus eigenem Interesse. ctr

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