Meinung : Verheerendes Landgrabbing

„Kein schöner Land“ vom 7. Mai

Das Thema verdient eine wesentlich stärkere Aufmerksamkeit in der Weltpresse. Äthiopien ist eines der Länder, die am stärksten vom Landgrabbing betroffen sind, bis 2011 hat es ca. 3,6 Mio. ha Land an in- und ausländische Investoren verpachtet. Weitere 2,1 Mio. ha werden angeboten. Die Pachtverträge, die über 30 bis 50 Jahre laufen, beinhalten die in dieser Region so wichtigen Wasserrechte. Die Investoren wollen dort Pflanzen für den Export und zur Produktion von Biokraftstoffen anbauen. Viele Dörfer wurden schon zwangsweise umgesiedelt. Die Regierung behauptet, das Land sei unbewohnt bzw. werde nicht ausreichend genutzt. Leider haben die Bewohner keine beweiskräftigen Eigentumstitel, da es keine Grundbücher gibt. Die Regierung betrachtet den Grund und Boden als Staatseigentum. In vielen Fällen geschah die Zwangsumsiedlung kurz vor der Ernte mit Waffengewalt. Die Enteigneten wurden einfach weit weg von ihrem ehemaligem Siedlungsgebiet in der Wildnis „abgeladen“. Meist handelt es sich um viel schlechtere Böden, die erst gerodet werden mussten und mit weiten Wegen zum nächsten Wasser. Entschädigungen wurden nicht gezahlt. Die nächsten Hungertoten sind so vorprogrammiert. Hoffentlich wird dieser postkolonialen Ausbeutung der überwiegend afrikanischen Länder durch die neue UN-Leitlinie endlich ein Ende gemacht!

Bernd Heidemann, Berlin-Lankwitz

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