Meinung : Verheizt

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Dieser Winter hat sein Gutes. So lange vor der Tür vergleichsweise milde Temperaturen herrschen, kann man die Heizung auf kleiner Stufe laufen lassen. Das spart Geld. Aber viel mehr können die Kunden, die mit Gas heizen oder auf einem Gasherd kochen, nicht tun. Denn obwohl der Gasmarkt schon vor Jahren liberalisiert worden ist, gibt es Wettbewerb bisher nur auf dem Papier. Abgeschreckt durch hohe Durchleitungspreise, die sie für die Nutzung der fremden Netze zahlen müssen, und komplizierte Verträge, die sie mit den Netzinhabern schließen mussten, wagen sich Newcomer nur selten auf fremdes Terrain. Die meisten Deutschen sind daher auf Gedeih und Verderb an ihren Platzhirsch gebunden. Doch selbst da, wo es wie in Berlin mehr als einen Anbieter gibt, halten sich die Preisunterschiede in Grenzen. Denn großen Spielraum haben die neuen nicht. Sie müssen sich den Konditionen der großen unterwerfen, um überhaupt ins Geschäft zu kommen. Besserung aber ist in Sicht. Das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur arbeiten beharrlich daran, dass auch auf dem Gasmarkt Wettbewerb entsteht. Mit Preisvergleichen, Abmahnungen und behördlich verordneten Preissenkungen versuchen sie, die gewachsenen Oligopole zu brechen. Die Kunden können ihnen dankbar sein. Denn auf Dauer ist die Wahl zwischen „Heizung aus“ und „Heizung an“ zu wenig. hej

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