Meinung : Verlieren mit Thatcher

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Jürgen Rüttgers hat es geahnt. Und rechtzeitig alle in der Partei gewarnt: Die CDU verliert an Zustimmung, wenn sie für die Öffentlichkeit an sozialer Kompetenz verliert. Was genau jetzt eintritt, kurz vor der Kommunalwahl in NordrheinWestfalen, der nächsten Wegscheide. In der jüngsten Umfrage fordern fast zwei Drittel mehr Engagement in dieser Hinsicht. Der eher angelsächsische Kurs, sprich: Reformieren nach Thatcher-Art, kommt in Deutschland auf Dauer nicht so richtig gut an. Die rheinische Version des Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft bestimmen das Denken einer Mehrheit auch in der CDU. Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes – Heiner Geißler und andere, darunter Helmut Kohl, haben es der Partei zu lange gepredigt, als dass nun die Tories widerspruchslos als neues Leitbild akzeptiert würden. Zumal die nach Thatcher Einfluss, Wähler und Mitglieder verloren haben. Da passt die Meldung gar nicht, dass die Union einer Liste der Arbeitgeber folgend den gesetzlichen Unfallschutz deutlich beschränken will. Rüttgers wird sich die Haare raufen: Arbeitnehmer bilden die Mehrheit. Wer bei ihnen nicht gewinnt, verliert – mehr als Umfragen. cas

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