Meinung : Verlierer auf Zeit

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Nun jubeln die Medien der Mullahs. „Irans Atomherz hat zu schlagen begonnen“, titelt eine Zeitung. Eine andere triumphiert: „Wir sind die Sieger.“ In Europa dagegen werden effekthascherisch die Hände gerungen. Von einer „ernsten Krise“ ist die Rede, einer „letzten Frist“. In Wien tagt die UNAtombehörde, und in den USA erwägt die Regierung, dem neuen iranischen Präsidenten künftig die Einreise zu verweigern. Das alles soll markig klingen, mutet aber recht hilflos an. Das iranische Regime jedenfalls zeigt sich unbeeindruckt. Warum sollte es auch nicht? Unter Sanktionen leidet die Bevölkerung jetzt schon. Und ein Militärschlag ist höchst unwahrscheinlich. Die Amerikaner stecken im Irak bereits im Sumpf. Deshalb darf Iran sich ziemlich sicher fühlen – Drohungen hin, Ultimaten her. Daher scheint der Gang zum UN-Sicherheitsrat unausweichlich. Dort sollte schon mal an einer Resolution gebastelt werden, die im Kern nur fünf Worte umfasst – Finger weg von der Bombe! Das Signal muss eindeutig sein: Falls Iran die Schwelle zur Nuklearmacht überschreitet, sähe die internationale Gemeinschaft den Weltfrieden bedroht und sich selbst zum Handeln genötigt. mal

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