Meinung : Verpflichtende Transparenz

„Die Bildstörung“ vom 17. Juni

„Das öffentlich-rechtliche Fernsehen möge seinem Bildungs- und Informationsauftrag nachkommen, dafür genügend Produktionsmittel zur Verfügung stellen, damit gesellschaftlich relevante Themen auch umgesetzt werden, mithin einen Qualitätsanspruch erfüllen.“ Diesen Satz sollte man sehr oft, gerne jeden Tag in der Zeitung lesen, denn jedermann zahlt die Rundfunkgebühren, ohne zu wissen, was mit ihnen geschieht und ob deren Verwendung auch tatsächlich dem Auftrag nach § 11 Rundfunkstaatsvertrag entspricht. Eindrücklich und bildhaft hat der Autor Torsten Hampel hierzu allseits präsente Kochsendungen gegenübergestellt.

Eine besondere Gewichtung erhält diese Frage ab 2013, wenn aus den Gebühren Beiträge bzw. eine „Abgabe“ werden, eine steuerähnliche Verpflichtung jeglichen Haushalts. Damit erhalten aus meiner Sicht die Rundfunkanstalten sogar einen behördenähnlichen Status, auch wir Steuerzahler möglicherweise einen nachhaltigeren Anspruch auf Transparenz. Um nicht in redaktionelle Arbeit einzugreifen, bedarf es einer vermehrten Zurückdrängung von politischem Einfluss und vor allem der Durchsetzung von sozialer Verantwortung. Diese müsste daran erkennbar sein, dass Gagendumping und Minderungen von Personalleistungen ein Ende haben, dass – vor allem – die Entlohnung von freien Mitarbeitern (Künstler, Schauspieler, Autoren, Journalisten, Musiker etc.) bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten zeitgemäß abgelöst wird, Honorare und Gagen ordnungsgemäß bezahlt werden.

Dafür müssten die öffentlich-rechtlichen Anstalten stehen und auch ihre Auftragnehmer und Dienstleister dazu verpflichten. In 60 Jahren öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Fernsehen haben sich manche eigenartige Selbstverständlichkeiten eingeschliffen, die dringend auf den Prüfstand gehören.

Achim E. Ruppel,

Berlin-Charlottenburg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben