Meinung : Versäumnisse und Ablenkungsmanöver

„Loyal, gläubig, qualifiziert / Özkan macht es vor: Muslimische Migranten an die Macht!“ von Aiman Mazyek vom 21. April

Leider hat Herr Mazyek es versäumt, die Ernennung von Frau Özkan zur Ministerin als hervorragendes Beispiel für die Bedeutung der Bildung als Grundbedingung für den Erfolg in der Mehrheitsgesellschaft hervorzuheben. Denn ihre Eltern haben sie bereits im Alter von drei Jahren in die Kita geschickt und dadurch die Grundlage für ihre perfekte sprachliche Integration, spätere berufliche Qualifikation und ihren Aufstieg gelegt.

Leider hat Herr Mazyek es versäumt, hierauf – auch in Form eines Appells an die muslimischen Eltern – näher einzugehen, denn die Voraussetzungen für das Erlernen der deutschen Sprache sowie späteren schulischen und beruflichen Erfolg müssen in der Kindheit und Jugend gelegt werden, wie das Beispiel von Frau Özkan überzeugend beweist.

Stattdessen unterliegt Herr Mazyek erneut der Versuchung, mangelnde Integration und relative Erfolglosigkeit vieler muslimischer Migranten der Mehrheitsgesellschaft anzulasten, in der es an „Anerkennungskultur“ fehle. Das mag so sein und ist wie die doppelte Staatsangehörigkeit und das kommunale Wahlrecht (das es bis dato nur für EU-Ausländer gibt) diskussionswürdig; in Bezug auf die primäre bildungsmäßige Integration als Grundvoraussetzung für den Aufstieg sind diese Faktoren aber nur sekundär. Und bei der Gelegenheit erneut auf Sarrazin einzuschlagen, ist nichts als ein Ablenkungsmanöver nach dem Motto „Haltet den Dieb“.

Klaus Pfeiffer, Berlin-Staaken

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