Verschuldung der USA : Bushs teures Erbe

Zwei Kriege, eine Wirtschaftskrise und ein Rekorddefizit: Man kann US-Präsident George W. Bush mit guten Gründen eine Katastrophe nennen.

George W. Bush ist noch fast fünf Monate im Amt. Für viele zählt er bereits zu den schlechtesten Präsidenten, die die USA je hatten. Das schwere Erbe, das sein Nachfolger am 20. Januar 2009 antritt, umfasst zwei Kriege, eine Wirtschaftskrise und ein Rekorddefizit: 482 Milliarden Dollar. Alle drei Dinge gehören zusammen. Ohne die Milliarden für den Irak und Afghanistan wäre die Finanzlage gesünder. Wäre das Geld im Inland für Bildung, Forschung und Infrastruktur ausgegeben worden, sähen die Wirtschaftsdaten besser aus. Und ohne das Konjunkturprogramm, mit dem die USA die Immobilien- und Kreditkrise bekämpfen (müssen), hinterließe Bush ein geringeres Budgetdefizit, als es die Deutschen von ihren Regierungen gewohnt sind – in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gerechnet, wie das international üblich ist. 3,3 Prozent vom BIP wird Bushs Budgetdefizit 2009 inklusive Konjunkturprogramm betragen, 2,2 Prozent wären es ohne. Deutschland wäre froh, wenn es in Krisenzeiten so einen Spielraum hätte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Man kann Bush mit guten Gründen eine Katastrophe nennen. Wie soll man dann deutsche Finanzpolitiker titulieren? cvm

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