Meinung : Vertrauen ist schlecht, Kontrolle zwingend

BUSH WILL VOLLMACHT FÜR MILITÄRSCHLAG

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Es sah aus wie ein gemeinsamer Erfolg der Weltgemeinschaft. Aber kaum hat Saddam Hussein angeboten, die UN-Waffenkontrolleure ihre Arbeit tun zu lassen, nehmen die Kontroversen wieder zu: die im Weltsicherheitsrat und die zwischen Amerika und Europa. Russland und China verweigern eine harte UN-Resolution, die Saddam Militärschläge androht, falls er erneut trickst und täuscht. Auch viele Europäer haben es nicht eilig. Sie fürchten, Präsident Bush werde die Resolution als Blankovollmacht missbrauchen, um mit dem Segen der UN loszuschlagen, wann immer es ihm passt. Nur: Wenn Bush die einzige völkerrechtlich zulässige Vollmacht nicht kriegt, nämlich die der UN, dann wird ihm eben die des US-Kongresses genügen. Die meisten Amerikaner sind davon überzeugt, dass Saddam es nicht ernst meint. Und nur kooperiert, wenn ihn eine glaubwürdige Gewaltandrohung dazu zwingt. Die Erfahrung spricht dafür. Und dann wäre die Verweigerung der UN-Resolution ein schwerer Fehler: Weil er die USA in den Alleingang treibt, den die Welt verhindern wollte. Noch lässt sich der Krieg auch anders vermeiden. Hans Blix, der oberste UN-Inspekteur, will schon Mitte Oktober mit den Kontrollen im Irak loslegen. Es liegt jetzt an Saddam Hussein, zu beweisen, dass er mitspielt. Wenn nicht, hat er etwas Bedrohliches zu verbergen. Und wer wollte dann noch gegen Gewalt zur Durchsetzung der UN-Forderungen sprechen? cvm

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