Meinung : Verzweifelt in Brandenburg

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Ja, es geht uns schlecht in Deutschland, den einen mehr, den anderen weniger – aber wer trägt die Hauptlast der Krise? Sind es die allein erziehenden Väter? Die Schuldnerberatungsstellen? Hier die richtige Antwort: Es sind die Brandenburger. Wie allein gestern zu erfahren war, leiden sie unter hohen Ernteverlusten, kämpfen verzweifelt gegen die Nonnenraupe, werden von Harald Schmidt mit ätzendem Spott überzogen, sind enttäuscht über Eichels Finanzierungskonzept, und sie müssen das Loch in der Mitte jener Stadt, die dem Land den Namen gab, mit eigener Hand zuschütten. Ja, kann denn so viel Leid ohne Murren und Klagen ertragen werden? Natürlich nicht. Die Brandenburger nämlich melden sich nach aktuellen Statistiken extrem häufig krank, und wenn, dann vor allem wegen Rückenleiden. Kein Wunder, sagt ein Krankenkassenboss, „auf dem Rücken der Brandenburger werden viele Probleme ausgetragen“. Sagen wir ja! Ein Hoffnungsschimmer: Immer mehr Märker lernen Spanisch. Wenn also dereinst die Wüste heraufzieht von Elsterwerda und Lauchhammer und die Oase Potsdam zu verdorren droht – dann trinken die Ureinwohner längst Sangria in Benidorm. Leider müssen dann wohl die Berliner die Last der Krise tragen. Und sich als nächste von Harald Schmidt verarschen lassen.

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