Victor Bout, angeblicher Waffenhändler : "Ich habe nie Waffen verkauft"

Sein Leben war Vorbild für den Film "Händler des Todes" mit Nicolas Cage. Jetzt behauptet Victor Bout, nie Waffen verkauft zu haben. Ein Porträt.

Sascha Zastiral
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Schwer bewaffnete Mitglieder einer Polizei-Sondereinheit in schusssicheren Westen und schwarzen Masken führen Viktor Bout (43) am Dienstag in Bangkok in den Gerichtssaal. Der russische Unternehmer, der einer der größten Waffenschieber aller Zeiten sein soll, trägt orangefarbene Sträflingskleidung und Handschellen. Auch ihm haben die Beamten eine schusssichere Weste angelegt.

Das Gericht trifft an diesem Tag eine Entscheidung, die sowohl in Russland als auch den USA mit Spannung erwartet wird. Die Richter machen den Weg für eine Auslieferung Bouts an die USA frei, die Moskau unbedingt verhindern wollte. Bout soll in den 90er Jahren ein Waffenhandelsnetz aufgebaut haben, das sich über drei Kontinente erstreckte. In beinahe alle Krisengebiete der Welt soll er mit den Maschinen seiner Luftfrachtfirma Kriegsgerät geliefert haben. In den USA droht ihm nun eine Anklage wegen „Verschwörung zur Tötung von Amerikanern“.

Bout kommentiert die Entscheidung des Gerichts nüchtern. Er könne kein faires Verfahren in den USA bekommen, glaubt er . „Amerikanische Anwälte sind teuer. Ich habe jetzt kein Geld.“ Schuldig fühlt er sich nicht. „Ich habe nie irgendjemandem Waffen verkauft“, sagte er. Früher hatte er jedoch eingeräumt, mit Waffen gehandelt zu haben.

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