Videoüberwachung : Auge um Auge

Die Befürchtung, dass Amazon, der Bundesinnenminister und die Berliner Verkehrsbetriebe mit ihren Kameras irgendwann den großen Datenpool bilden, ist Billig-Science-Fiction. Videokameras helfen bei der Verbrechensaufklärung.

Man gewöhnt sich daran. Kameras auf den Bahnsteigen, in Geschäften, Einkaufszentren, Parkhäusern sind die sichtbaren Hinweise auf Dauerüberwachung in den Städten von heute. Dass auch E-Mails, Mobilfunkverbindungen, Reisedaten registriert und gespeichert werden, bemerkt nur noch der, der es sich gelegentlich bewusst macht – ganz zu schweigen von Daten, die sich Geschäftspartner im Internet merken. Immer intensiver wird, so scheint es, das elektronische Profiling. Doch die Befürchtung, dass Amazon, der Bundesinnenminister und die Berliner Verkehrsbetriebe mit ihren Kameras irgendwann den großen Datenpool bilden, ist Billig-Science- Fiction. Deswegen spricht nichts dagegen, dass die Videoaufnahmen in U-Bahnhöfen länger als genau 24 Stunden gespeichert werden. Dass die Kameras bei der Aufklärung von Verbrechen helfen, hat vor ein paar Tagen erst der brutale Überfall zweier Männer auf einen jungen Mann gezeigt. Die Videokameras speicherten deutliche Bilder der Schläger – einer konnte deshalb gefasst werden. Je mehr Fahndungserfolg die Polizei dank Kameras hat, desto eher entfalten die Kameras präventive Wirkung. Die kommt zur Beweissicherung noch hinzu. (wvb)

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