Videoüberwachung : Mit Augenmaß

Die BVG löscht Videoaufnahmen nach 24 Stunden - das ist zu kurz. Nach dem Abzug des Personals sollten Fahrgäste bestmöglich geschützt werden, auch mit modernen Kameras.

Die BVG will die Videoüberwachung in den U-Bahnhöfen modernisieren und neue Systeme in einem Modellprojekt testen. Das ist gut so. Die meisten Fahrgäste fühlen sich nicht überwacht, wenn sie wissen, dass das Objektiv einer Kamera auf sie gerichtet wird. In der Regel werden die gespeicherten Aufnahmen nur ausgewertet, wenn es einen Vorfall gegeben hat. Ansonsten werden die Bilder nach 24 Stunden überspielt. Das hat Berlins oberster Datenschützer so durchgesetzt – und das ist weniger gut. Denn viel Zeit bleibt dadurch nicht, das Löschen beweiskräftiger Aufnahmen zu verhindern. Bei der S-Bahn und bei der Bahn AG lässt die zuständige Bundespolizei die Aufnahmen 48 Stunden im Speicher. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Datenschützer wenigstens zulassen, die modernen Anlagen zu testen. Nach dem Abzug des Personals von den Bahnhöfen sollten Fahrgäste bestmöglich geschützt werden – auch wenn Kameras nie Menschen ersetzen können. Zu Recht wünscht sich die BVG die Rückkehr von gemeinsamen Streifen der Polizei und von BVG-Sicherheitsleuten. Dieses Modell hat die Polizei leider aufgegeben. Und das ist gar nicht gut. kt

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