Volksfest in Abensberg : Rösler veralbert Angie Barbie

Angela Merkel als "Barbiepuppe" und "Zickenterror" im Kabinett. Bernd Matthies über Gesundheitsminister Rösler, der auf einem Volksfest das bestätigt, was in unzähligen Leitartikeln bereits Thema war.

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Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler beim politischen Gillamoos Frühschoppen in einem Bierzelt in Abensberg (Niederbayern).
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler beim politischen Gillamoos Frühschoppen in einem Bierzelt in Abensberg (Niederbayern).Foto: dpa

Damit das schon mal klar ist: der Gillamoos. Der! Das Volksfest, alljährlich im September in Abensberg, dem Herzen der niederbayerischen Bierebene, ist unverrückbar männlich, seit es 1313 gegründet wurde. Viel ist seither nicht passiert, bis plötzlich einige deutsche Großpolitiker die Chance erkannten, ebendort die Brücke über das Tal der Langeweile zwischen Aschermittwoch und Aschermittwoch zu schlagen.

Das Ritual ist ähnlich, nur dass in Abensberg länger vorgeglüht wird. Fünf Tage lang Frischgezapftes – das macht einen leichten Fuß im Publikum und stärkt die Angriffslust der Redner, die sich mit Knallfröschen nicht zufriedengeben, wenn Böller verfügbar sind. Und, hallo, das sind sie.

Kommen wir also gleich auf Philipp Rösler zu sprechen, jenen FDP-Politiker, der es in Deutschland zum Gesundheitsminister und in Vietnam (laut „Bild“-Zeitung) zum Sexsymbol gebracht hat. Diese Doppelrolle in Verbindung mit einer gut gefüllten Maß mag ihm jetzt den Mut verliehen haben, unter Umgehung der Opposition gleich auf die Kanzlerin loszugehen – ein Leckerbissen für alle Freunde des gepflegten Zanks.

Rösler packt die Kanzlerin direkt bei ihren körperlichen Gebrechen und teilt mit, es gebe sie jetzt auch als Barbiepuppe für satte 300 Dollar: 20 Dollar für die Puppe, „und richtig teuer werden die 40 Hosenanzüge“.

Tärää! Es kommt aber noch substanzieller: Das Kabinett, sagt Rösler, gleiche manchmal eher einer schlagenden Verbindung inklusive „Zickenterror“, und erst nach zehn Monaten Nichtstun habe sich die Kanzlerin entschlossen, mit dem Regieren anzufangen. Zusammengefasst hat Rösler also etwa das bestätigt, was in unzähligen Leitartikeln zum Thema bereits erschienen ist, nur etwas knapper und, natürlich, mit dem Erfahrungswissen des Insiders gesättigt.

Diese offenen Worte schmecken allerdings nach mehr. Ist der Zickenterror parteiübergreifend? Leyen gegen Schnarre, Schröder gegen Westerwelle? Und wie haben wir uns die Fechtduelle vorzustellen, wer schlägt, wer wird geschlagen?

Hier schon mal eine Idee für den nächsten Aschermittwoch: Von Philipp Rösler gibt es jetzt auch eine Ken-Puppe, 10 000 Dollar teuer. 20 Dollar für die Puppe, „und richtig teuer werden die 40 Arztbesuche“.

Na, war ja nur ein Vorschlag. Es fehlen einfach die fünf Tage Saufen.

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