Volkswagen : Gesetz des Erfolgs

Ist das VW-Gesetz ein Bremsklotz für den Konzern? Gewiss, Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff macht mit VW Politik. Aber er baut keine Autos. Für deren Erfolg ist die Belegschaft verantwortlich.

Henrik Mortsiefer

Es ist eine seltsame Koalition, die sich nach dem VW-Porsche-Deal formiert, um sich für den Erhalt des VW-Gesetzes einzusetzen: Milliardär Ferdinand Piëch Seit’ an Seit’ mit dem Betriebsrat, CDU-Ministerpräsident Wulff gemeinsam mit SPD-Justizministerin Zypries. Betriebsratschef Uwe Hück lief über, als absehbar war, dass Porsche Teil von VW werden würde. Vielleicht stößt bald der Emir von Katar dazu. Klar ist, dass die Hälfte der Koalitionäre ein ordnungspolitisches Auge zudrückt, weil es um andere Interessen als die reine Lehre geht. Hat es geschadet? Die Bedenken der EU-Kommission, das Gesetz behindere den freien Kapitalverkehr, werden mit dem Investment der Scheichs widerlegt. Dass das Gesetz VW vom Wettbewerb abschirmt, lässt sich kaum belegen. Der Absatz bricht wie bei allen Herstellern ein. Schlimmeres hat nicht das Gesetz verhindert, sondern die Abwrackprämie. Und Niedersachsen? Ein Bremsklotz für VW? Gewiss, Christian Wulff macht mit VW Politik. Aber er baut keine Autos. Für deren Erfolg ist die Belegschaft (trotz oder wegen weitreichender Mitbestimmungsrechte) verantwortlich. Wie bei jedem anderen Unternehmen.

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