Volkswagen : Im Siegestaumel

In Wolfsburg wird die Übernahme von Porsche durch VW gefeiert. Doch der Kauf wird teurer als erwartet. Die VW-Aktie stürzte am Freitag dramatisch ab.

Alfons Frese

Schon wieder ein Feiertag in Wolfsburg. Doch diesmal bejubelt VW-Chef Martin Winterkorn nicht die meisterhaften Fußballer, sondern sich selbst. Winterkorn will ganz nach oben, Europas größten Autokonzern zum größten der Welt machen. Die Integration von Porsche als zehnte Marke des Konzerns ist dabei für ihn und Ober-VW-Chef Ferdinand Piëch ein ordentlicher Schritt. Gemeinsam mit Betriebsratschef Bernd Osterloh resümierte Winterkorn vor der Belegschaft den jahrelangen Machtkampf mit Porsche: Es gibt nur Gewinner, sagen die Sieger aus Wolfsburg. Wirklich? Auch die VW-Aktionäre? Der Kurs der Aktie stürzte am Freitag dramatisch ab, weil der Kauf von Porsche teurer wird als erwartet. Es gibt keine Verlierer, sagen die Unterlegenen in Stuttgart. Porsche bleibt Porsche, tönt dort Betriebsrat Uwe Hück. Sicher, bis 2020 ist die Eigenständigkeit verbrieft, muss kein Gewinn nach Wolfsburg abgeführt werden. Aber spätestens dann ist Porsche wirklich nur noch eine von zehn Marken im VW-Reich, so wie Audi oder Seat. Oder Suzuki? Kann schon sein. Piëch und Winterkorn werden mit Porsche den Weltmarktführer Toyota nicht überholen. Aber die Kleinwagenflotte von Suzuki wäre ein großer Meilenstein in Asien. Porsche ist abgehakt, Piëch zieht weiter. alf

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