VOM NETZ GENOMMEN : VOM NETZ GENOMMEN

Was in dieser Woche bei Tagesspiegel.de Thema war.

In der Tagesspiegel-Community wurde in den vergangenen Tagen vor allem der fast verlorene Kampf gegen den Abstieg von „unserer Hertha“ fortgesetzt. Überschattet von aggressiven Menschenknäueln, die sich plötzlich mitten auf dem Spielfeld in Düsseldorf einfanden, war es einfach kein fairer Abschied aus der Ersten Liga, meinen unsere Kommentatoren. Um die Frage, wer die Schuld daran trägt, wird leidenschaftlich gestritten. Seit den schweren Vorwürfen gegen Hertha-Spieler hat die Verbundenheit mit dem Team jedoch nachgelassen: „Wer solche Spieler im Verein hat, braucht keine Feinde mehr“, meint „gerhart“. Doch wie soll man mit ausfälligen Fans umgehen? Einen rabiaten Vorschlag hat „knips3r“: „Die einfachste zukünftige Möglichkeit, die qualmenden Fackelmeier zu bremsen, ist die Aktivierung der Feuerlöschanlage, um die betreffende Tribüne zu ,fluten’. Dann werden sich die Fans schon selbst drum kümmern, nicht jedes zweite Spiel durchnässt nach Hause zu kommen.“ Andere User plädieren dafür, Spiele sofort abzubrechen, sobald Fans randalieren oder die Gastgebervereine bei Randale mit Bußgeldern zu bestrafen.

Ebenfalls ein virulentes Thema mit vielen Leserkommentaren ist die Blamage um die gescheiterte Eröffnung des Flughafens BER. Am treffendsten bringt hier wohl der User „aviatiker“ die Stimmung auf den Punkt: „Nur noch 303 Tage ... bis zur nächsten Verschiebung der Inbetriebnahme!“ Den Bogen zum Fußball schlägt „BB2012“: Er hofft, dass der endgültige Flughafenstart mit dem Wiederaufstieg Herthas in die Bundesliga zusammenfällt: „Das gibt weiterhin allen genug Zeit und Raum für aberwitzige Sprüche und Taten.“ User „mocaer“ ärgert sich darüber, dass der verpatzte Start „unzählige Gerichte“ beschäftigen und den Steuerzahler viel Geld kosten wird. Dabei werden anderswo dringend Mittel gebraucht, etwa um neue Radwege zu bauen oder Bäume zu pflanzen. „Was für eine Kinderstube hatten die beiden Kumpels aus Ost und West?“, fragt mocaer weiter und meint Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, die jede Schuld von sich weisen. User „kpoppek“ spricht schließlich von einem „Maulkorb der Wissenden“. Er kann sich nicht vorstellen, „dass Planer und Bauleiter nicht früher erkannten, dass eine erfolgreiche Abnahme“ unmöglich war.

Zu guter Letzt wurde der Abgang Norbert Röttgens als Bundesumweltminister stark kommentiert, gerne auch höhnisch. So schreibt „josse“, Frau Merkel habe mit Röttgen „einem grüngestreiften Schwarzkittel den Gnadenschuss“ gegeben, „weil er keine Rotte fand, die er hätte führen können“. „Schade eigentlich!“, meint dagegen User „Ulf Kaputtke“. „Obwohl er optisch den evolutionären ,missing link’ zwischen zu Guttenberg und Wulff darzustellen scheint, fand ich ihn recht sympathisch.“ User „Hanebutt“ erzählt uns ein kleines Märchen: „Es war einmal ein Minister, von seiner Kanzlerin über alle Maßen gelobt, von den Medien zum intellektuellen Philosophen geadelt.“ Über Nacht jedoch stempelte „Mutti“ Merkel ihn als einen Versager ab. „Diese Umwertung des Hoffnungsträgers in das letzte Männeken ist faszinierend, absolut unglaubwürdig“, kritisiert „Ulf Kaputtke“. User „kecke“ nennt Norbert Röttgen begabt, bemängelt aber dessen Unentschlossenheit und bedauert, dass es nicht „viele Politiker gibt, die seine Kompetenz aufzuweisen haben“. hle/ho

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