Von Birthler zu Jahn : Sieg der Biografie

Gut 20 Jahre nach der Wende kommt die späte Anerkennung der DDR-Bürgerrechtler. Da passt es, dass Roland Jahn neuer Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen werden soll.

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Im rot-rot regierten Brandenburg wurde Ulrike Poppe zur „Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur“. Nach dem Willen von Aufarbeitungsinitiativen in Sachsen soll Freya Klier im Freistaat Fachfrau werden für das Thema Stasi. Mit einer Außenseiterchance war Joachim Gauck rot-grüner Kandidat für das Bundespräsidentenamt. Da ist es konsequent, mit Roland Jahn auch den neuen Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen nach Biografie zu bestimmen. Die passt bei ihm hinten wie vorne, in der DDR wie auch im vereinigten Deutschland, zum Amt. Jahn engagierte sich in Jena in der DDR-Friedensbewegung, bis ihn ein Stasikommando 1983 gewaltsam ausbürgert. Für die Freiheit kämpfte er weiter: Von West-Berlin aus vermittelte er Kontakte zwischen Oppositionellen und dem Westen, auch nach der Wende dreht sich viel um die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sein Meisterstück wird Jahn noch abliefern müssen – indem er als Chef die eigene Behörde abwickelt. Und zwar so, dass sowohl Opfer wie Täter damit leben können.

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