Meinung : Von China lernen

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Billiger, besser, früher – wer Raubkopien kauft (oder selbst herstellt), hat Vorteile. Er kann die neuesten HollywoodFilme sehen, bevor sie bei uns ins Kino kommen und Musik auf den Computer laden, ohne den überhöhten Preis für eine technisch veraltete CD-Technik hinzublättern. Das ist ungerecht, einerseits. Andererseits werden die Missetäter bestraft, wenn sie erwischt werden, also ist alles schon irgendwie in Ordnung. Weltweit führend beim illegalen Kopieren sind die Chinesen. Sie liefern dem Westen nicht nur pünktlich die bestellte Ware. In der Stadt Xi’an wurden jetzt zwei Buchhändler erwischt, die Broschüren der Kommunistischen Partei illegal kopiert hatten. Denen wird der Spaß vergehen. Das lässt sich die KP nicht bieten. Was muss eigentlich in einer KP-Broschüre drinstehen, dass die chinesischen Volksmassen so scharf darauf sind? Es ging um neue Richtlinien für Disziplinarstrafen bei der Kampagne zur Verfolgung von Korruption. Da wollen viele – rechtzeitig – Bescheid wissen. Ohne Raubkopierer, die den freien Markt bedienen, lässt sich eben keine vernünftige Ordnung herstellen. Wir hinken nach. Wo waren eigentlich unsere Raubkopierer, als es darum ging, Gesetze gegen illegale Parteienfinanzierung bekannt zu machen? os

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