Meinung : Von Teheran nach Beirut

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Im UN-Sicherheitsrat weiß man, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Hisbollah-Angriff auf Israel und Irans Atomplänen. Anders als von Teheran gehofft, führt die Krise in Nahost deshalb eben nicht zu einer weiteren Verzögerung in Sachen Atomprogramm: Der Sicherheitsrat hat den Mullahs eine Frist bis Ende August gesetzt, um das weitreichende Kompromissangebot der internationalen Gemeinschaft anzunehmen. Tut Teheran das nicht, muss es mit Sanktionen rechnen. Mit ihrem Stellvertreterkrieg im Libanon haben die Mullahs abermals deutlich gemacht, welch destabilisierende Rolle sie im Nahen Osten spielen. Ob Hamas, Hisbollah oder Islamischer Dschihad: Die radikalsten Feinde Israels werden immer auch von Teheran gelenkt und militärisch trainiert (Hisbollah, Dschihad) und finanziert (alle drei). Und man kann sich vorstellen, dass Iran in einem Konflikt wie dem zwischen Hisbollah und Israel noch viel aggressiver einsteigen würde, wenn es sich unter einem Atomschild unverwundbar fühlte. Der Krieg im Libanon spricht also nicht für eine Verlangsamung, sondern für eine Beschleunigung des diplomatischen Prozesses mit Teheran. clw

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