Meinung : Von Tröööt bis Schnief

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Die Spannung ist kaum noch zu ertragen. Vor ein paar Wochen hat die Uni Bonn 100 Testpersonen gesucht, die freiwillig dreckige Teller abwaschen um die „Unterschiede in den europäischen Spülgewohnheiten zu erforschen“. Allmählich, finden wir, müsste sich doch ein erstes Ergebnis abzeichnen. Denn wie könnten wir noch spülen, ohne die Wahl zu haben zwischen italienischem und finnischem Stil? Gut, dass unsere Universitäten nicht nur schnöde nach dem monetären Nutzen ihrer Arbeit oder gar nach dem internationalen wissenschaftlichen Rang Deutschlands fragen, sondern stattdessen auch noch den größten Blödsinn methodisch sauber zu Ende führen. Dabei kommt überdies heraus, dass unser Wissen über die europäischen Zahnputz- oder Staubsauggewohnheiten ebenfalls große Lücken aufweist, und auch für das wissenschaftlich kontrollierte Naseputzen vom triumphierenden „Tröööt!“ bis zum dezenten „Schnief“ finden sich gewiss geeignete Freiwillige aus ganz Europa. Eine zusammenfassende Untersuchung könnte sich dann den europäischen Unterschieden in der Gaga-Forschung widmen. Die Siegeschancen für Deutschland sind enorm hoch.

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