Meinung : Von türkischen Gnaden

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Im Osten was Neues: Als Mitglied der Anti-Terror-Koalition macht sich die Türkei unentbehrlich und denkt nach dem Sturz der Taliban schon über die Eröffnung einer Botschaft in Kabul nach. Im Westen nichts Neues: Ankaras Verhältnis zur EU bleibt zwiespältig. Brüssel hat den festen Vorsatz gefasst, Zypern möglichst rasch aufzunehmen - um die Teilung der Insel zu überwinden. Seit klar ist, dass jedenfalls der südliche Teil mit seinen griechischstämmigen Bewohnern schon im Jahr 2004 zur EU gehören könnte, sind die Beziehungen wieder spürbar gespannt. Der türkische Ministerpräsident Ecevit droht bereits wieder offen, dann den nördlichen Teil zu annektieren. Umso überraschender kommt da das Verhandlungsangebot von Rauf Denktasch, Chef der zypriotischen Türken. Er ist jedoch ein Vertreter Nord-Zyperns von Ankaras Gnaden. Beide Signale - militärische Drohung und Gesprächsangebot - sind zwei Seiten derselben Medaille: Sie sollen Zyperns Beitritt in irgendeiner Form aufhalten. Denktasch hat allen Grund zur Eile. Denn auch die Inseltürken stimmen auf ihre Art über den Friedensprozess ab - und laufen zum Süden über.

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