Meinung : Vor den Neuwahlen: Es gibt nur einen Sonntag

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Wer spricht hier noch von Finanzkrise? Die Berliner Parteien haben größere Probleme - zum Beispiel, einen guten Wahltermin zu finden. Gut heißt: den am meisten Stimmen versprechenden. Am schwersten tut sich die CDU. An manchen Tagen ändert sich hier die Meinung stündlich, zuweilen werden alle Meinungen zugleich vertreten: früher, später, gar nicht. Früh kann zu früh sein für den jungen Kandidaten Steffel. Spät kann lang genug sein für die Übergangsregierung Wowereit, sich passabel aufzustellen und etwas von dem frischen Wind durchs Rathaus wehen zu lassen, nach dem die Stadt verlangt. SPD, Grüne und PDS haben sich festgelegt: Der 23. September sei ein guter Tag, da wählen auch die Hamburger. Was das mit Berlin zu tun hat? Nach allen Umfragen bricht die SPD im Norden ein. Wird in Berlin später gewählt, könnte das Hamburger Ergebnis hier auf die Stimmung schlagen. Schlecht für die SPD. Gut für die CDU. Aber was ist das Beste für Berlin? Ganz klar - der 23. September. In Berlin enden die Ferien erst drei Wochen vorher; früher wäre also zu knapp für eine sichere Organisation. Später - das verschleppt den Neubeginn länger als nötig. Dem Senat fehlt die Legitimation für tief greifende Entscheidungen. Also, im Wortsinn: Wählen, so schnell wie möglich. Und ganz unabhängig von Hamburg. Es geht schon um Berlin und den Bund. Das reicht.

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