Vorbild Facebook : Schnell was gründen!

Facebook verwirklicht Erich Honeckers kühnsten Traum: vorwärts immer, rückwärts nimmer. Die Obergrenze liegt im Prinzip bei der Zahl der Erdbewohner, die Zugang zu einer Steckdose haben. Was für ein Potenzial! Facebook-Gründer Zuckerberg könnte die S-Bahn sanieren.

Ah, Vorsätze! Lassen wir mal die üblichen beiseite, Rauchen, Saufen und solche Dinge betreffend, dann bleiben immer noch ein paar andere Möglichkeiten, sein Leben zu ändern. Zum Beispiel: endlich was gründen. Dabei kann man viel falsch machen. Eine Anwohnerinitiative für mehr Mülleimer beispielsweise ist okay, bringt aber finanziell nichts. Und ein Kaninchenzüchterverein ist auch zu sehr 20. Jahrhundert.

Es müsste etwas im Internet sein, eine Plattform, mit der die Menschen sich vernetzen können über Kontinente hinweg. Irres Potenzial! Schade, dass es das schon gibt, es heißt Facebook, war bei der Gründung vor sechs Jahren eine Schnapsidee und ist jetzt 50 Milliarden Dollar wert – was auch in Euro ein mächtiger Haufen Geld ist. Enorm ist vor allem die Geschwindigkeit des Erfolgs, wenn wir uns mal ins Gedächtnis rufen, wie lange die Herren Aldi vor sich hinhökern mussten, bis aus dieser Tätigkeit märchenhafter Reichtum erwuchs. Und das bei zuletzt sinkenden Umsätzen.

Facebook hingegen verwirklicht Erich Honeckers kühnsten Traum: vorwärts immer, rückwärts nimmer. Täglich kommen Tausende von Nutzern dazu, die Obergrenze liegt im Prinzip bei der Zahl der Erdbewohner, die Zugang zu einer Steckdose haben, und auch die können Seiten nicht nur für sich, sondern für Hund und Goldfisch und Wellensittich einrichten, es gibt da überhaupt keine Grenzen des Wachstums, es ist wie beim süßen Brei im Märchen, es quillt und quillt über alle Grenzen hinaus, nur dass man sich daran nicht den Magen, sondern höchstens den Charakter verderben kann.

Wo waren wir stehen geblieben? Beim Gründen. So etwas wie Facebook muss her, nur eben rechtzeitig, damit es in sechs Jahren 50 Milliarden wert ist. Facebook-Gründer Zuckerberg könnte jetzt, wenn er wollte, die S-Bahn sanieren, den Tierpark Friedrichsfelde mit selbst gezüchteten Dinosauriern bestücken, jeden Berliner Sozialarbeiter mit Maseratis bis ins Rentenalter ausstatten und hätte immer noch genug, um sich täglich zwei Curry reinzupfeifen, mit Darm oder ohne, ganz egal. Und ganz legal.

Bitte, wenn das Jammern über Berlins Lage in sechs Jahren noch lauter klingt: Hier hat gestanden, wie wir das Problem heute hätten lösen können.

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