Meinung : Wandernde Gemälde

„Preußisches Nirwana / Warum weder Schloss noch Humboldt-Forum viele Anhänger gefunden haben“ vom 16. September

Bernhard Schulz schreibt in seinem Beitrag, das Berliner Stadschloss sei „der Ursprungsort“ der Gemäldegalerie gewesen. Dies ist nicht richtig: Für die Gemäldegalerie wurden zwar Werke aus den königlichen Schlössern ausgesucht (keineswegs also nur aus dem Stadtschloss); außerdem wurden Bilder aus der Sammlung Giustiniani sowie die Kollektion des englischen Kaufmanns Solly erworben. Wirklicher Ursprungsort der Gemäldegalerie war das nach Entwürfen Schinkels errichtete und 1830 eröffnete Alte Museum. Die Galerie verließ dieses Haus aber im Jahr 1904, um in das neu errichtete Kaiser-Friedrich-Museum umzuziehen (das heutige Bode-Museum). Zusammen mit dem später errichteten Nordflügel des Pergamonmuseums bot es ausreichend Platz für die Gemälde und die seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts enorm angewachsene Skulpturensammlung. Da der Nordflügel des Pergamonmuseums zukünftig durch das Museum für Islamische Kunst belegt sein wird, ist es notwendig, dem Bode- Museum einen Erweiterungsbau in unmittelbarer Nachbarschaft zu geben, nämlich auf dem gegenüberliegenden Ufer des Kupfergrabens. Erst diese Erweiterung macht es möglich, die vielfältigen Zusammenhänge von Gemälden und Skulpturen wieder erlebbar zu machen.

Prof. Dr. Bernd Wolfgang Lindemann, Direktor der Gemäldegalerie, der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst, Berlin-Tiergarten

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