Meinung : Wanzen, Pech und Pannen

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Ein Plot wie für einen Spionagethriller: Das kommunistische China bestellt in den USA einen Jet für den Präsidenten. Dann entdeckt der chinesische Geheimdienst Dutzende Wanzen - selbst in der Matraze Jiang Zemins. Die Frage drängt sich auf: Wer ist hier unfähiger? Ist der US-Geheimdienst tatsächlich so plump? Selbst wenn Washington davon ausging, dass China die Mikrophone nicht entdecken würde, ist das politische Risiko unverantwortlich groß. Ähnliche Zweifel stellen sich an den Fähigkeiten des chinesischen Geheimdienstes. Peking muss klar gewesen sein, dass das Präsidentenflugzeug ein Spionage-Ziel ist. Trotzdem kaufte China das Flugzeug statt in Europa in den USA und ließ es sogar bei einer US-Firma umrüsten - Tag und Nacht vom chinesischen Geheimdienst überwacht. Möglicherweise wurde der Fall in China selbst lanciert, um Jiang Zemins Annäherung an die USA zu torpedieren. Eines steht fest: Der Vorfall dürfte in den Beziehungen der beiden Großmächte kaum zu einer Krise führen. Nächsten Monat reist US-Präsident Bush zum Staatsbesuch nach Peking. Ein Interesse an einer diplomatischen Konfrontation haben beide Länder nicht.

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