Warnstreiks im öffentlichen Dienst : Zählen lernen wäre gut

Berlins Innensenator Körting hält seinen Teil des Solidarpaktes ein - die Gewerkschafter tun das nicht. Sie sind im Kopf alle Lokomotivführer geworden.

Werner van Bebber

Nun wird wieder gewarnstreikt: Erzieherinnen und Erzieher, angestellte Lehrer, die Dienstleister in den Bürgerämtern – sie stehen an diesem Donnerstag den für sie aufkommenden Steuerzahlern nur sehr eingeschränkt zu Verfügung. Nicht nur über deren Pflichtvergessenheit kann man sich wundern, auch über die Verdi-Streik-Strategen: Sie sollten inzwischen gemerkt haben, dass Innensenator Körting sich von ihnen nicht unter Druck setzen lässt. Anders gesagt: Körting hält seinen Teil des Solidarpaktes ein – die Gewerkschafter tun das nicht. Sie sind im Kopf alle Lokomotivführer geworden. Der Erfolg der streikenden Lokführer hat die Kollegen Gewerkschaftsstrategen derart mitgerissen, dass ihnen ihre Unterschrift unter dem Solidarpakt nichts mehr gilt. Im Streikrausch sehen sie auch nicht, dass der Senat in Gestalt des Innensenators zum Entgegenkommen bereit ist – aber eben erst für 2010. Bis Ende 2009 nämlich gilt der Solidarpakt, den auch Verdis oberster Einsatzleiter Frank Bsirske mit ausgehandelt hat. Merkwürdig, dass ihm und seinen Warnstreikbefürwortern ihr Wort nichts mehr gilt. Wie soll Körting mit Leuten verhandeln, die morgen nicht mehr wissen, was sie gestern zugesagt haben? wvb.

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