Meinung : Was der Terror zerstört

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Politisch dümmer geht es nicht. Der neueste islamistische Terroranschlag mit seinen 16 Todesopfern – und der gleichentags missglückte – hätte nicht zu einem für die Palästinenser schlechteren Zeitpunkt erfolgen können. Exakt zur Stunde als Israels Ministerpräsident Ariel Scharon im Weißen Haus bei US-Präsident George W.Bush vorsprach, ging der Bombenkoffer hoch. Nun stehen die israelischen Panzer vor Gaza, und Palästinenserchef Arafat weiß nicht, ob er erneut unter Hausarrest gestellt oder gar ins Exil vertrieben wird. Mit dem – immer und immer wieder verzögerten – Ende der Konfrontation bei der Geburtskirche in Bethlehem werde die „Operation Schutzwall" beendet sein, hatte Israels Verteidigungsminister Ben-Elieser von der Arbeitspartei angekündigt. Dann richtete der Hamas-Terrorist das Blutbad an und Ben-Eliesers Worte waren sinn- und wertlos. Wenn die israelische Regierung jetzt beschließt, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“ gegen den Terror, dann bedeutet dies grünes Licht für Scharons Militärtaktik. Er kann nun nicht nur mit breitmöglichster Unterstützung seine Truppen in den Gazastreifen einmarschieren lassen, wann immer er will. Er kann auch ungestört weiter zu seiner persönlichen Jagd auf Arafat blasen, indem er den Palästinenserführer beschuldigt, für diesen Anschlag mit verantwortlich zu sein. Das Schlimme ist: Scharon hat damit sogar Recht. cal

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