Meinung : Was Eltern und was Kinder wissen müssen

SCHULDENFALLE HANDY

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Wo bist du? Was machst du? Wann kommst du nach Hause? Entscheidende Fragen von Eltern an ihre Kinder. Immer öfter kommen die Antworten per Handy. Dann hat sich der Kauf des Mobiltelefons gelohnt. Bei den drei Antworten bleibt es nicht. Die Freundinnen, die Schulhofliebe, die doofe Lehrerin – alles muss gleich als SMS oder Anruf ausgetauscht werden. Das treibt die HandyKosten in die Höhe. Und Eltern in die Verzweiflung. Verbraucherministerin Renate Künast sagt, schon heute müssten 180 000 Jugendliche Kredite aufnehmen, um die Handy-Rechnungen bezahlen zu können. Als ein Gegenmittel schlägt sie vor, nach jeder SMS, jedem Anruf sollten die Kosten auf dem Handy-Display auftauchen. Damit aus dem Gefühl, dass ein Handy Geld kostet, eine Gewissheit wird. Und nicht der einzelne Anruf sollte berechnet werden, sondern die aufgelaufene Tages-, Wochen-, Monatssumme. Nur das garantiert das Erschrecken der Kids und ermöglicht den Eltern die Kontrolle. Bislang haben die Mobilfunkanbieter – vielleicht aus Berechnung – die Serviceleistung der aufgelaufenen Gebühren mit technischen Hürden und weiteren Kosten behindert. Zugleich sorgen sie dafür, dass das Telefonieren mit so genannten Pre-Paid-Karten teurer ist. Hier wird mit der Sorge der Eltern Kasse gemacht. Deswegen muss die Mobilfunkanbieter nicht gleich die Gesetzeskeule treffen. Der Kauf eines Handys geschieht freiwillig. Für viele Eltern ist er Ausdruck des Vertrauens in eine Technik, in ein Hilfsmittel der Kindererziehung. Dieses Vertrauen muss vergütet werden. Von denen, die dafür bezahlt werden – von den Anbietern. jbh

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