Meinung : Was haltbar ist, was haltbar bleibt

BERLIN II: DIE BANKENKRISE

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Wir sind die Guten – das war ein erfolgreicher Werbespruch. Wer im Streit zwischen der Landesbank Berlin und der Weberbank die Guten, wer die Bösen sind, lässt sich nicht so klar abgrenzen. Fest steht, dass die EU die von der Landesbank benötigten Beihilfen nur genehmigt, wenn vorher die Weberbank privatisiert wird. Die gehört der Landesbank zu 94,99 Prozent und macht prächtige Gewinne. Daran erfreuen sich auch die drei privaten Gesellschafter der Weberbank. Ihre Rechtsposition ist privilegiert, weil sie von Risiken weitgehend freigestellt sind, von der guten Geschäftslage aber profitieren. Sie wehren sich nun, Christian Grün allen voran, öffentlich gegen den indirekt erhobenen Verdacht, ihre Position sei juristisch zweifelhaft. Das ist sie vermutlich nicht. Schwierig wird die Lage für Grün und seine Partner dennoch. Vor dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses wies er vermeintlich ehrenrührige Vorwürfe empört von sich. Dass aber die drei Personen, die insgesamt über 5,01 Prozent der Anteile der Weberbank verfügen, im Moment die Sanierung des gesamten Komplexes Landesbank Berlin eher behindern als befördern, ist kaum zu bestreiten. Ihre besondere Rolle mag vertraglich abgesichert sein. Im öffentlichen Leben der Stadt werden sie damit dennoch auf Dauer ein Problem haben.apz

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