Meinung : Was macht die Demokratie?

„Was macht die Welt?“ vom 7. Februar

Warum antwortet Josef Joffe nicht auf die Frage nach der Unterstützung arabischer Despoten? Was ist mit der ganz realen Aufrüstung der Regime gegen die eigene Bevölkerung, die wir tagtäglich betreiben? Macht scheint ihn sehr viel mehr zu interessieren als Demokratie. Dazu noch eine Verharmlosung der Nazizeit und ein dämlicher und unehrlicher Verweis auf Israel. Auf die Frage nach der Sicherheitskonferenz antwortet er ebenfalls nicht, obwohl genau hier viel getan wurde für die Beibehaltung des autoritären Status Quo in Arabien. Zu Reagan dann ahistorische Behauptungen, die vor Ideologie triefen: Keine Kriege - was war noch einmal in El Salvador, in Angola, im Irak/ Iran, in Afghanistan los in den 80ern? Wie erging es den Menschen in den Militärdiktaturen Südamerikas? Mag sein, dass hier andere mit Waffen und Anleitung aus den USA (und der BRD) kämpften und nicht die US-Armee, moralisch wie auch für die Opfer macht das wenig Unterschied. Und wenn Reagan den „Erstschlag“ gegen die Mauer führte, was hat dann Brandt gemacht in Warschau? Richtig humorvoll ist die Aussage über den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik, während gleichzeitig Reagan stets als ein Hauptverantwortlicher der aktuellen Wirtschaftskrise genannt wird.

Weiter hat unser Land laut Herrn Joffe „nicht die Mittel“ für Außenpolitik. Also keine Botschaften, keinen Sicherheitsratssitz, keine „Entwicklungshilfe“, keine Polizei- und Militärausbilder, keine Waffenexporte, keine Parteistiftungen...alles Einbildung! Schlussendlich: China „interessiert nur Handel und Energie – und die atemberaubende Aufrüstung“ - das stimmt sogar mal fast. Gibt es westliche Staaten, für die das nicht gilt?

Urs Kleinert, Berlin-Prenzlauer Berg

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