Meinung : Was macht die Welt?: Geschützte Taucher, geschätzte Wahrsager, gescheiterte Gauchos

Die deutsche Marine ist zum größten Ein

Die deutsche Marine ist zum größten Einsatz seit dem Weltkrieg ausgelaufen, um die Seewege vor Somalias Küste zu sichern. Durch wen sind die bedroht?

Was für eine Frage! Denken Sie doch nur an die vielen deutschen Tauchtouristen in Scharm el-Scheich an der Südspitze des Sinai, die alle weiträumig beschützt werden müssen - endlich. Überdies ist Somalia ziemlich nahe dran an Afghanistan - gerade einmal 4000 Kilometer Luftlinie -, wo noch immer Mullah Omar und bin Laden ihr Unwesen treiben. Zwischen ihnen und dem sicheren Port in Somalia steht nun die Bundesmarine, die sie abfangen und in den Hochsicherheitstrakt von Stammheim verbringen wird. Das ist eine wichtige Aufgabe, die zudem den Vorteil hat, den Deutschen (weitestgehend) die gefährliche Friedensarbeit in Afghanistan selbst zu ersparen.

Kaum ist der Euro in den Portemonnaies, steigt sein Devisenwert. Erreicht er die Parität mit dem Dollar?

In der bizarren Währungswelt ist alles möglich; schließlich war der Dollar schon mal 4,20 und dann auch nur 1,40 Mark wert. Wer wissen will warum, frage lieber Madame Teissier, die Wahrsagerin, als Wim Duisenberg, den Chef der Europäischen Zentralbank. Tatsache aber ist, dass der Euro gerade in Deutschland mit beachtlichem Eifer angenommen worden ist, was alle jene nachdenklich machen muss, die der D-Mark den mythologischen Wert des einzig unbefleckten Erfolgssymbols der Deutschen verpasst haben. Wenn aber die Leute erst einmal erfassen, wie schwer sich die einzelnen Euro-Münzen auseinander halten lassen, wird der Euro wieder ins Bodenlose stürzen.

In Argentinien suchen die Peronisten einen dritten Weg zwischen Marktwirtschaft und Kommunismus. Hat der Sozialismus doch noch eine Zukunft?

Na klar doch - jedenfalls, bis Argentinien wieder zusätzlich Geld borgen muss, um seine Auslandsschulden zu bedienen, die rund 150 Milliarden Dollar betragen (das ist etwa sechs mal so viel wie die jährlichen Verteidigungsausgaben der Deutschen). Oder bis die Argentinier merken, dass eine Abwertung von 30 Prozent, wie derzeit geplant, einen gewaltigen Inflationsschub erzeugt, der alle ärmer macht - bis auf den Staat, der seine Inlandsschulden mit entwertetem Geld zurückzahlen kann. Der Sozialismus ändert leider nichts an der seit Jahrzehnten bewiesenen Unfähigkeit der politischen Klasse Argentiniens, eine vernünftige Wirtschaftspolitik zu betreiben.

Ein Wort zur deutschen Außenpolitik ...

Die ist leider besser als die deutsche Innen- und Wirtschaftspolitik. Gerhard Schröder zeigt lauter staatsmännische Qualitäten im Umgang mit dem Rest der Welt, fährt aber jetzt die faulende Ernte seines rasch erlahmten Reformwillens daheim ein - siehe einen verkrusteten Arbeitsmarkt, der das Ausland per Kapitalexport mit vielen neuen Jobs beglückt. Sehr bald wird das Wahlvolk hier erkennen, dass vier Millionen Arbeitslose (Tendenz steigend) nicht durch die amerikanische Konjunkturdelle erklärt werden können, wie es der Kanzler so gern tut.

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