Meinung : Was sich nicht rechnet

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Vor wenigen Tagen hat in Berlin eine allein erziehende Mutter und HartzIV-Empfängerin ihren Sohn niedergestochen – aus Verzweiflung, sagte sie. Das Jobcenter hatte – unrechtmäßig – wegen der zu teuren Wohnung einen Umzug verlangt. Die Messerattacke ist krankhaft; aber Panik löst ein drohender Wohnungsverlust auch bei gesunden Menschen aus, die am Existenzminimum leben. Rund 45000 Berlinern droht der Zwangsumzug, sagt eine Studie. Stimmt nicht, sagt der Senat, ohne aber eigene Zahlen zu haben – noch sich darum zu bemühen. Dabei läuft die Übergangsfrist bald aus, in der zu hohe Mieten akzeptiert werden. Was kommt danach? Die Politik schweigt, wo es klare Ansagen bräuchte, um Menschen die Angst zu nehmen. Übrigens: Um monatlich 40 Euro zu teuer war die Wohnung der verzweifelten Mutter. Jeder Zwangsumzug kostet die Ämter mehrere tausend Euro. Auch deswegen lohnt das Nachdenken.gn

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