Meinung : Was sticht

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Ganz so schön, wie sich die Sozialdemokraten die Lage reden, ist sie nicht. Obwohl sich alle fleißig darin üben, die Genossen aus NordrheinWestfalen voran, zu denen übrigens auch Franz Müntefering zählt. Müntefering, der große Parteichef im Bund, sieht auch in den kleinsten Prozentsätzen noch einen Gewinn, einerlei wo. Peer Steinbrück, der Ministerpräsident des Bundeslandes, wiederum erkennt in den Stichwahl-Siegen den großen Stimmungsumschwung. Aber bis zu einem nachhaltigen Aufschwung der SPD ist es noch weit; wenn er denn überhaupt kommt. Sicher schöpft die ehedem ruhmreiche Partei zwischen Rhein und Weser neue Kampfmoral daraus, dass sie in Gelsenkirchen, Leverkusen, Hagen und Bottrop die Nase vorn hatte. Richtig bleibt dennoch auch, dass die Union dort, wo sie nach dem ersten Wahlgang führte, gewonnen hat, in Essen, Wuppertal, Münster und Bielefeld. Das sieht schon eher nach einem Unentschieden aus. Was für die SPD auch schon ein Erfolg ist, so desaströs, wie die Lage lange wahrgenommen wurde. Nur bleiben auf der anderen Seite zwei Tatsachen bestehen: Die CDU im Westen zeigt sich allem Streit der Union im Bund zum Trotz geschlossen; das ist bei den Christdemokraten in diesem Landstrich nicht selbstverständlich. Zum anderen liegt die Landes-CDU immer noch weit vor der Landes-SPD und könnte mit der FDP die rot-grüne Koalition in NRW leicht ablösen. Für alle gleich bedrohlich ist aber ein Faktor – die Wahlbeteiligung. Wer die hebt, der kann nur gewinnen. Vor allem die SPD. cas

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