Weberbank : Kopflos

Auf den ersten Blick ist es nur eine Personalie einer kleinen Berliner Bank. Doch der Abgang von Harald Christ bei der Weberbank ist ein schwerer Verlust – nicht nur für die Bank, sondern auch für Berlin.

Spitzenbanker sind in Berlin seit langem eher dünn gesät. Die Stadt ist in der Finanzwelt vor allem für das Versagen der Bankgesellschaft und den ungesunden Klüngel zwischen Wirtschaft und Politik bekannt. Christ, ein etablierter Jungstar der Finanzbranche, hat als sozialdemokratischer Multimillionär frischen Wind in die angestaubte Berliner Finanzwelt gebracht und war der Vetternwirtschaft unverdächtig – trotz seiner guten Kontakte in die Politik. Er wird vermutlich bald höhere Aufgaben übernehmen. Dass der Weberbank nun nach drei Jahren in Händen der Düsseldorfer West LB vielleicht erneut der Verkauf droht, mag ein Grund für Christs Entscheidung gewesen sein. Für die Bank und die Stadt muss sich dadurch aber nicht viel ändern – es käme auf den Käufer an. Deutsche Großbanken werden sich die Finger nach den vermögenden Privatkunden der Weberbank lecken. Und ob die Bank nun aus Düsseldorf oder Frankfurt gesteuert wird, ist für Berlin egal. stek

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