Meinung : Wehret den Anfängern!

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Arbeit, Familie, Vaterland: Das ist das Wahlkampfmotto des sächsischen CDUPolitikers Henry Nitzsche. Dasselbe Motto benutzte die NPD 2004 auf ihrem Parteitag. Ursprünglich stammt es vom französischen Vichy-Regime, das mit den Nazis kollaborierte. Nitzsche ist nicht frei vom Verdacht, sich ausländerfeindlich geäußert zu haben. Außerdem ist Wahlkampf. Das pumpt die Sache mit Bedeutung auf. Wolfgang Thierse fordert ein Machtwort von Angela Merkel. Kurt Biedenkopf dagegen kann nichts Schlimmes erkennen. Wir erinnern uns: „Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus, und zwar schnell.“ Das sagte, um Kanzler zu werden, Gerhard Schröder. Seine Partei unterstützte ihn. Zeigt nun der Fall Nitzsche, wie Thierse vermutet, dass sich in der CDU rechtsradikales Gedankengut einnisten kann? Vielleicht ist es banaler: Die Union will nicht, dass rechts von ihr Platz ist für eine andere Partei. Deshalb spielt sie manchmal auf der Klaviatur jener, die das Wort „Vaterland“ mögen. Ein Mega-Skandal wird daraus nicht. mal

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