Meinung : Weil du auch kein Arbeiter bist …

DIE GRÜNEN UND DIE GEWERKSCHAFTEN

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Wer ist der mächtigste Grüne der Republik? Joschka Fischer? Falsch. Einer ist noch mächtiger als er: Frank Bsirske, Mitglied der Ökopartei und Vorsitzender der größten Einzelgewerkschaft. Warum er mächtiger ist? Ganz einfach: Fischer kann, wenn er sich sehr anstrengt, ein bisschen was bewegen. Bsirske kann, wenn er sich sehr anstrengt, fast alles blockieren. Und gerade strengt er sich ganz besonders an. Nicht nur, um einen bedenklich hohen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst zu erreichen, sondern auch, um fast alle Reformvorhaben zu torpedieren, auf die RotGrün neuerdings verfallen ist. Insofern ist es verwunderlich, dass erst gestern zwei prominente Grüne Bsirskes Blockadepolitik öffentlich kritisierten: Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin, und Matthias Berninger, Staatssekretär. Parteifreund Bsirske wird das herzlich egal sein, denn der hat ja nicht solche Macht, weil er ein Grüner, sondern weil er ein Gewerkschafter ist. Also geht das Signal von Göring-Eckardt und Berninger nach innen. Es soll heißen, dass man sich von den Gewerkschaften lösen will und sich nicht dem unterordnen möchte, was dort als Solidarität verstanden wird. Auf einen Teil der Partei dürfte das als Provokation wirken. Denn dort fühlt man sich Schulter an Schulter mit den Kollegen wohl, warnt vor Sozialabbau und versucht überhaupt die bessere, weil linkere Sozialdemokratie zu sein. Darum wird es auch bei den Grünen Richtungskämpfe geben, wenn das große Reformieren beginnt. Man könnte sogar sagen: Wenn es sie nicht gibt, dann kann das Reformieren nicht groß sein. bul

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